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Bernard Rappaz: Stellungnahme Schweizerische Hanf-Koordination, CSC/SHK.ch

www.CSC/SHK.ch






Klarstellungen zum Fall Bernard Rappaz

14.11.2010

Der Hanfpionier Bernard Rappaz befindet sich wieder einmal im Hungerstreik und entsprechend gehen die Diskussionen um seine Zwangsernährung und seine Haftbedingungen weiter.

Bleiben wir bei den Fakten : In insgesamt drei Prozessen wurde der (vorbestrafte) Bernard Rappaz wegen seiner « Hanfgeschichten » bis jetzt zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Dabei wurden ihm Drogenhandel, gemäss Gericht 52 Tonnen Hanfblüten, 1,7 t Harz und 65 kg Haschisch, Geldwäscherei für 5 Millionen Franken, geringfügige Körperverletzung, Sozialversicherungsbetrug und Verkehrsdelikte zur Last gelegt.

Schaut man dahinter, so befinden sich unter den 52 Tonnen Hanfblüten 25 Tonnen Kräutertee, 5 t Stängel und 12 t ganze Hanfpflanzen, vorgesehen zur Gewinnung von ätherischem Öl, also nicht gerade die Ware, die die Schweizer Jugend in den Abgrund führen wird. Insider schätzen übrigens den Wert auf etwa 1,5 Millionen Franken.

Die Geldwäscherei besteht aus dem Warenverkauf auf Rechnung, dem Abheben des Geldes vom Konto, der Mehrwertsteuer- und Steuerhinterziehung, also normalem Geschäftsgebahren, ausser dem Nichtdeklarieren bei den Steuern. Zudem hat er Feierabendaushilfen nicht bei den Sozialversicherungen gemeldet, was auch als Betrug gilt.

Die Körperverletzung besteht aus einer Ohrfeige für die Stieftochter und das Verkehrsdelikt aus einer bereits abgegoltenen Geschwindigkeitsübertretung, also ungutem, aber nichts schwer Kriminellem.

Klar hatte Bernard Rappaz Hanf im grossen Stil angebaut und anbauen lassen. Dies geschah jedoch in den späten neunziger und frühen tausender Jahren, als es nur noch eine Frage der Zeit zu sein schien, bis Hanf wieder legalisiert würde. Dies wurde sogar von staatlicher Seite so kommuniziert. Entsprechend hatte es in jeder grösseren Schweizer Stadt Hanflädeli, welche ihre Ware offen verkauften etc.

Der damalige Boom überraschte alle und zog Geschäftemacher aller Art an, saubere und weniger saubere. Das gesetzliche Vakuum sorgte hierbei nicht für Klärung, und viele kümmerten sich nicht um Sachen wie Steuern oder Sozialversicherungen. So konnte Bernard Rappaz über acht Jahre offen seinen Geschäften nachgehen und entsprechend grosse Umsätze generieren.

Seither wurden alle diese « Kriminalfälle » abgewickelt, meist mit relativer Milde; zumindest in der Deutschschweiz. Nur die Walliser mussten ihr Exempel statuieren und schickten Rappaz für zehn Jahre in die Kiste (was notabene in der Schweiz nicht mal für Mord üblich ist!). Da Rappaz sich als unbelehrbarer Freiheitsheld darstellt, ist er natürlich auch die dankbare Zielscheibe für die staatliche Rache. Zugleich dient er auch als Warnung : Das geschieht, wenn du zu aufmüpfig bist und du ein blödsinniges Gesetz ignorierst.

Was bleibt ? Die Hanflegalisierung ist vermurkst. Das aktuelle Gesetz ist für die Katz, so dass die Ämter selber wieder eine Revision wollen und Bernard Rappaz soll gemäss den Wallisern wohl im Gefängnis verschimmeln, aber ja nicht als Märtyrer sondern eben als Schwerverbrecher.

Bernard_Rappaz_78j

Kontakt: André Fürst

  • Des clarifications sur le cas de Bernard Rappaz
  • Riguardo al caso Bernard Rappaz
  • Some Clarification on the Bernard Rappaz Case
Artikel modifiziert Mittwoch 17. November 2010 16:49, Erscheinungsdatum Montag 15. November 2010 02:10

Forum des Artikels

Bernard Rappaz: Stellungnahme Schweizerische Hanf-Koordination, CSC/SHK.ch
ich dachte, Bernard Rappaz sei bloss zu fünf Jahren verurteilt worden und nicht zu zehn?

falls ihm ein Teil der Strafe erlassen wird, kann er ja schon bald nach Hause. Aber wohin? Hiess es nicht letzte Woche, man hätte ihm im Rahmen des Konkursverfahrens seinen Hof weggenommen!? Wird die SHK ihm weiterhelfen? Es ist zu hoffen!

auch wenn im obenstehenden Artikel nicht alles glaubwürdig klingt, tut einem der Mann doch leid.

MfG blue scout

Auf diese Nachricht antworten
16 November 2010 von blue scout
  Bernard Rappaz: Stellungnahme Schweizerische Hanf-Koordination, CSC/SHK.ch
 
Sein letztes Urteil war tatsächlich 5 Jahre und 8 Monate aber es gibt frühere Urteile und die Prozesse gegen Bernhard gehen im Dezember weiter.

Am Schluss werden es zusammen weit mehr als 10 Jahre sein.

Auf diese Nachricht antworten
  16 11 2010 von André Fürst
 
Bernard Rappaz: Stellungnahme Schweizerische Hanf-Koordination, CSC/SHK.ch
Hoi Andrè
Du schreibst einfach super, Bernard ist sicher kein unbeschriebenes Blatt, aber ein solches Urteil ist auch nicht das gelbe vom Ei, und ich glaube, dass das Begnadigungsgesuch vom kommenden Donnerstag so ausfällt, dass Bernard die hälfte erlassen wird, also 34 Monate, und der neue Prozess vom 3. Dezember 2010 abgesagt wird, infolge einer humanitären Geste der Walliser Regierung!
Also ich rechne ganz fest für Bernard, dass Ihm die hälfte erlassen wird, denn diese Straflänge ist absehbar, mitte 2012 wieder in Freiheit, und auch gerecht / nicht gerecht, sei dahingestellt, und dann isst Bernard auch wieder, ich bin sicher, wenn beide Seiten ein bisschen nachgeben, ist`s allen wöhler!!!!!!

Gruss Silvio

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15 November 2010 von Silvio

Folgender Artikel :

Rappaz, die Tragödie

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