Text vergrössernText NormalgrösseText verkleinern

Brite kiffte sich angeblich zu Tode

2004/01/20 - Spiegel Online

Lee Maisey aus Summerhill/GB ist der erste Engländer, der möglicherweise auf Grund einer Cannabis-Vergiftung ums Leben kam. Er soll täglich sechs Joints geraucht haben, und das elf Jahre lang.
Nach Angaben des "Daily Mirror" steckte sich der 36-Jährige insgesamt rund 24.000 Cannabis-Joints an. Zunächst habe der leidenschaftliche Cannabiskonsument über Kopfschmerzen geklagt, am nächsten Tag fand ihn ein Freund tot auf dem Wohnzimmerteppich, berichtet das Blatt. Als Todesursache sei dann im Untersuchungsbericht Vergiftung angegeben worden, hieß es.

Drogenexperte Philip Guy von der Universität Hull sagte dazu: "Cannabis ist heutzutage viel stärker. Es ist nicht mehr die nette Hippie-Droge von früher".

Suchtexperten warnen schon länger, dass der Griff zum Joint unterschätzt werde. Forschungen zufolge drohen den Cannabis-Konsumenten Gedächtnisausfälle und langfristige Hirnschäden. Nach Angaben von Experten ist Hanf durch gezielte Pflanzenzucht um ein Vielfaches potenter als in den siebziger Jahren. Viele Kiffer benutzen zudem eine Wasserpfeife, weil der abgekühlte Rauch leichter inhaliert werden kann. So gelangt der psychotrope Pflanzenbestandteil Tetrahydrocannabinol (delta-9-THC) schneller und in grösseren Mengen ins Gehirn.

Kommentar Hanf-Info: Diese Pressemitteilung ist eines der neuesten Beispiele für die Dämonisierung des Hanfs in gewissen Medien. Dass für Cannabis bzw. delta-9-THC die tödliche Dosis sehr hoch ist, ist mit wissenschaftlichen Untersuchungen (LD 50) schon lange festgestellt worden (1270 mg/kg oral und 42 mg/kg durch Inhalieren bei männlichen Ratten). Beim vorliegenden Fall stellt sich die berechtigte Frage, mit welcher Substanz sich der "leidenschaftliche Cannabisraucher" wirklich vergiftet hat. Übermässiger Tabakkonsum, giftige Pestizid-, Insektizid- und Kunstdünger-Rückstände aus hoch gezüchteten Cannabispflanzen, vielleicht auch Alkohol und andere Substanzen haben vermutlich weit mehr zum Vergiftungstod des bedauernswerten Mannes beigetragen als THC. 6 Joints pro Tag sind sicher niemandem zu empfehlen. Andererseits gibt es z.B. in Jamaica viele Rastafaris, die mehr als 6 Joints pro Tag rauchen. Allerdings handelt es sich bei dem in Jamaica konsumierten Hanf um einheimischen Naturhanf, der in der Regel ohne Beimischung von Tabak genossen wird.

Artikel modifiziert Donnerstag 19. Februar 2004 16:46, Erscheinungsdatum Freitag 30. Januar 2004 00:00

Forum des Artikels

Brite kiffte sich angeblich zu Tode
Cannabis tötet nicht, egal wie viel man konsumiert :)

Auf diese Nachricht antworten
11 August 2010

Vorheriger Artikel :

"Nur noch Biodiesel"

In derselben Rubrik...


http://www.cannabis-helvetica.ch
http://www.swisshempshop.com