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Cannabis aus gentechnisch manipulierten Bakterien

Chemiker entwickeln synthetische Arznei - Schmerzliga begrüßt Zulassung

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie und die Deutsche Schmerzliga haben gestern die Pläne der Bundesregierung für eine Zulassung von Cannabis zu medizinischen Zwecken begrüßt. "Es ist an der Zeit, Cannabis aus der Schmuddelecke zu holen", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, Gerhard Müller-Schwefe, in Oberursel.

Sollten die Gesetze in Kraft treten, wonach cannabishaltige Fertigarzneimittel künftig unter bestimmten Voraussetzungen verschrieben werden können, würden sie neue Therapiemöglichkeiten eröffnen.

Der Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) ist eigentlich ein Rauschgift, das vor allem aus den Blättern der Hanfpflanze gewonnen und meist als Haschisch oder Marihuana konsumiert wird. Aktuelle Studien belegen, dass es beispielsweise zur Behandlung von spastischen Schmerzen bei Multipler Sklerose besser geeignet ist als andere Medikamente. Es kann auch die Schmerzen von Krebspatienten lindern. Auch bei anderen Krankheitsbildern hat sich der Einsatz bewährt, so etwa bei Aidskranken, die häufig unter drastischer Gewichtsabnahme leiden und von der appetitanregenden Wirkung des Cannabis-Wirkstoffs profitieren. Gleiches gelte für Krebspatienten, denn bei ihnen lindert der Cannabis-Wirkstoff den Brechreiz nach einer Chemotherapie. Auch Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck und Grünem Star profitieren.

Weil THC unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, müssen Betroffene in Deutschland häufig langwierig mit Behörden, Ärzten und Kassen um die Nutzung von Cannabis-Arznei kämpfen.

Bislang gibt es bundesweit nur 40 Patienten, die derartige Präparate aus der Apotheke bekommen. Die Pläne zur Änderung des Betäubungsmittelrechts, auf die sich die Koalitionsfraktionen geeinigt hatten, sehen außerdem vor, dass in stationären Hospizen und Einrichtungen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung nicht mehr benötigte betäubungsmittelhaltige Schmerzmittel weiterverwendet werden dürfen. Anzeige

Außerdem soll es an diesen Orten erlaubt sein, Notfallvorräte an Betäubungsmitteln anzulegen. THC wird in Deutschland bislang aus Faserhanf gewonnen, dessen Anbau oder Einfuhr legal ist. "Da die Fasern weniger als 0,2 Prozent THC enthalten, ist der Produktionsprozess entsprechend aufwendig", erläutert Professor Oliver Kayser von der Technischen Universität Dortmund. Aus der Cannabispflanze, die bis zu 25 Prozent THC enthalten kann, darf der Wirkstoff aus juristischen Gründen in Deutschland nicht gewonnen werden.

Als Ausweg bleibe nur die Herstellung von synthetischem THC. Dies sei jedoch "extrem aufwendig und teuer", so Kayser. Insgesamt könnten in Deutschland so gerade einmal 20 Kilogramm pro Jahr produziert werden.

"Der tatsächliche Bedarf liegt aber bei über einer Tonne", schätzt Kayser. Die Biochemiker seines Fachbereichs aus Dortmund haben jetzt gentechnisch manipulierte Bakterien dazu gebracht, den Hauptwirkstoff von Cannabispflanzen zu produzieren.

Woher kommt Gen-manipuliertes THC, Cannabis,

http://chanvre-info.ch/info/fr/Woher-kommt-Gen-manipuliertes-THC

Erscheinungsdatum Dienstag 19. Oktober 2010 02:30

http://www.cannabis-helvetica.ch
http://www.swisshempshop.com