DE: Eröffnung der Pilotanlage zur Verarbeitung von Hanf am ATB
26.03.2007
Naturfasern werden seit langem erfolgreich zu Bau- und Dämmstoffen weiterverarbeitet und finden Einsatz als Verstärkungsfasern in Verbundwerkstoffen für höherwertige Funktionen im Automobil- und Flugzeugbau.
Mit dem am ATB gemeinsam mit der TU Dresden entwickelten und patentierten Verfahren wollen die Potsdamer Wissenschaftler eine energieeffiziente und kostensparende Produktionsalternative für diese bisher noch vergleichsweise teuren natürlichen Produkte schaffen.
Die Faserpflanze, beispielsweise Hanf, wird dabei zum Erntezeitpunkt vom Halm gehäckselt, anschließend konserviert und zu verschiedenen Werkstoffen und Endprodukten z.B. für die Bau- und Kunststoffindustrie weiterverarbeitet. Die Produkte werden aus der gesamten Pflanzenmasse hergestellt, so dass keinerlei umweltbelastende Abfallprodukte entstehen. Positive Wirkungen auf die Umwelt resultieren u.a. auch aus dem bis zu 20-fach geringeren Energiebedarf bei der Herstellung von Naturfaser-Dämmstoffen gegenüber etablierten Materialien, einer Gewichtsreduzierung von Konstruktionselementen in der Fahrzeugindustrie und der damit verbundenen Kraftstoffeinsparung sowie der weitgehenden CO2-Neutralität nachwachsender Rohstoffe. Für den Landwirt ergeben sich mit dem Anbau und der Verarbeitung zu verschiedenen Werkstoffen zusätzliche Einkommensmöglichkeiten, vor allem wenn die Verarbeitung der Faserrohstoffe bis zum verkaufsfähigen Endprodukt dezentral im ländlichen Raum erfolgt.
Mit Hilfe der Pilotanlage wird das Verfahren weiter entwickelt und für die Praxis erprobt. Angestrebt wird u.a. eine Verminderung des Ressourcenverbrauchs sowie eine Halbierung der Investitions- und Verfahrenskosten.
Das Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB) zählt zu den führenden agrartechnischen Forschungseinrichtungen in Europa. Mit seinen Forschungsergebnissen liefert das Institut nicht nur Grundlagen für die Entwicklung von Unternehmen der Landwirtschaft und Industrie in Brandenburg, die sich aus der Forschung ergebenden spezifischen Lösungen sind auch überregional beispielgebend.










