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Der therapeutische Nutzen von GLA und Hanföl

Die Bedeutung von Hanföl und Gamma-Linolensäure für Ernährung und Gesundheit

GLA bei Neurodermitis, Hanföl zur Hautpflege, Herzkreislauf-Erkrankungen, Rheumatoide Arthritis und andere Entzündungen und Prämenstruelles Syndrom:

GLA bei Neurodermitis

Forschung aus den 30er bis 50er Jahren hat nachgewiesen, dass ein Defizit an essenziellen N-6-Fettsäuren bei Tier und Mensch zu entzündlichen Hautveränderungen führt (2000). Es stellte sich später heraus, dass die Linolsäure-Konzentration im Blut und Fettgewebe bei Personen mit Neurodermitis tendenziell erhöht, jedoch die Konzentration von Linolsäuremetaboliten verringert war. Zudem wurde eine Störung der Fettsäurezusammensetzung in roten Blutkörperchen und mononukleären Zellen gefunden (Lindskov und Holmer 1992). Bei Patienten mit Neurodermitis wird eine verminderte Umwandlung von Linolsäure zu Gamma-Linolensäure (GLA) aufgrund einer verminderten Aktivität des Enzyms Delta-6-Desaturase vermutet. Es könnte sein, dass die Neurodermitis eine angeborene Störung des Fettsäuremetabolismus ist (Horrobin 2000).

Die Gabe von Gamma-Linolensäure führte zu einer Vergrößerung des Verhältnisses der ungesättigten zu den gesättigten Fettsäuren in den Hautzellen von Patienten mit Neurodermitis (Schafer und Kragballe 1991). Melnik titelte einen Beitrag zum möglichen Nutzen von Gamma-Linolensäure mit "Eine Chance zur Prävention atopischer Erkrankungen" (Melnik 1990).

In den meisten klinischen Studien (Andreassi et al. 1997, Biagi et al. 1994, Fiocchi et al. 1994, Bordoni et al. 1988, Biagi et al. 1988), allerdings nicht in allen (Henz et al. 1999, Borrek et al. 1997) hat die innerliche Gabe von GLA auch tatsächlich die klinisch beurteilten Hautveränderungen, die objektiv beurteilte Rauhigkeit der Haut und die erhöhten Katecholaminspiegel bei Patienten mit Neurodermitis signifikant verbessert. In der Negativstudie von Borrek et al. (1997) profitierten immerhin 10 von 24 Patienten. Die tägliche orale Dosis an GLA, die in diesen Studien verwendet wurde, lässt sich im Allgemeinen gut mit einigen Teelöffeln Hanföl einnehmen.

Es wurde auch eine doppelblinde kleine Studie, die die Wirkung einer externen Behandlung mit einer GLA-haltigen Creme bei 12 Patienten mit Neurodermitis untersuchte, durchgeführt (Anstey et al. 1990). Am Ende der zweiwöchigen Behandlungsphase beurteilten die Patienten eine Nachtkerzenöl enthaltende Creme im Vergleich zur Plazebo-Creme als wirksamer.

Hanföl zur Hautpflege

Zusätzlich zu seiner Verwendung als Lebensmittel ist Hanföl auch zunehmend in Körperpflegeprodukten, wie Seife, Körpercreme, Lotion, Shampoo und Duschgel zu finden. Hier bieten die hohen Anteile an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ausgezeichnete Eigenschaften hinsichtlich Geschmeidigkeit und Gleitfähigkeit der Produkte. Bei externer Applikation lindern mehrfach ungesättigte Fettsäuren auch Probleme bei trockener Haut und kompensieren den Alterungsprozess der Haut (Leson und Pless 2001).

GLA bei anderen Erkrankungen

In jüngerer Zeit haben zahlreiche Studien den Einfluss der Fettsäureaufnahme auf die Verbreitung einiger in westlichen Staaten häufig auftretende Krankheiten überprüft. Zusammenfassend deuten die Ergebnisse an, dass ein Ungleichgewicht der N-3- und N-6-Fettsäureaufnahme und das dadurch verursachte Ungleichgewicht ihrer Stoffwechselprodukte, der Prostaglandine, häufig ein Co-Faktor bei der Entstehung dieser Krankheiten ist.

Neben der Neurodermitis gibt es daher eine Anzahl weiterer möglicher Indikationen für eine Einnahme von Hanföl bzw. der in Hanföl vorkommenden mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Alpha- und Gamma-Linolensäure. Einige mögliche therapeutische Anwendungsbereiche sollen hier genannt werden.

Herzkreislauf-Erkrankungen: Die diätetische Behandlung von Patienten mit täglichen Linolsäureund GLA-Mengen, die fünf Teelöffeln Hanföl entsprechen, zeigte eine schnelle Abnahme sowohl der erhöhten LDL- als auch aller Cholesterinblutwerte (Guivernau et al. 1994). Eine andere Studie zeigte, dass die Einnahme von N-3-Fettsäuren signifikant das Risiko eines plötzlichen Herztodes bei Überlebenden eines Herzinfarktes senkte (Sellmeyer et al. 1998).

Rheumatoide Arthritis und andere Entzündungen: GLA und seine mit ihm verwandten Prostaglandine weisen entzündungshemmende Eigenschaften auf. Man fand heraus, dass die tägliche Gabe von 1,2 - 1,4 Gramm GLA über eine Zeitspanne von 12 - 24 Wochen die Symptome der rheumatoiden Arthritis deutlich reduzierte, ohne Nebenwirkungen zu verursachen (Leventhal et al. 1993, Pullman-Mooar et al. 1990)

Prämenstruelles Syndrom: Das prämenstruelle Syndrom, tritt bei vielen Frauen vor der monatlichen Regelblutung auf. Studien haben gezeigt, dass Frauen mit PMS an einer Störung des Fettsäuremetabolismus leiden, die auch die Konversion von Linolsäure zu GLA und zu den jeweiligen Prostaglandinen verlangsamt. In einer klinischen Studie führte eine tägliche Dosis von 150 - 200 mg GLA über einen Zeitraum von zwölf Wochen zu einer deutlichen Symptombesserung (Horrobin und Manku 1989).

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Hanfsamen und das daraus gewonnene Hanföl weisen eine hohe Konzentration der essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolensäure (ALA) und zudem der "höheren Fettsäuren”, Gamma-Linolensäure (GLA) und Stearidonsäure (SDA), d.h. jeweils die ersten Metaboliten der N-6- und N-3- Familien, auf. Von besonderem Wert ist das Verhältnis der N-6 zu N-3 Fettsäuren, das mit ca. 3:1 sehr nah am ernährungsphysiologisch idealen Verhältnis von 4:1 bis 6:1 liegt und auch nahezu dem Fettsäurespektrum der menschlichen Haut entspricht (4:1).

Dieses Fettsäurespektrum macht Hanf zu einem Öl, das nach den Ergebnissen einer Anzahl klinischer Studien bei verschiedenen Erkrankungen einen therapeutischen Nutzen haben kann, darunter Neurodermitis, rheumatoide Arthritis, Herzkreislauf-Erkrankungen und prämenstruelles Syndrom. Bei der Neurodermitis zeigte auch eine externe Verwendung eine therapeutische Wirksamkeit. Zudem ist Hanföl wegen seiner günstigen Fettsäurezusammensetzung zur Verwendung in Körperpflegeprodukten für Gesunde und Personen mit leichten Hautproblemen geeignet.

Siehe auch:

Grundsätzliches zu Hanföl und Gamma-Linolensäure

Gutachterliche Stellungnahme des nova-Instituts

Hürth, den 20. Februar 2003

im Auftrag von

Roger Bottlang, Schweiz

Artikel modifiziert Dienstag 24. Januar 2006 02:11, Erscheinungsdatum Dienstag 24. Januar 2006 01:52

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