Die erstaunliche Wirkung von Cannabis auf die Morphin-Abhängigkeit
13.08.2009 Marie de Chalup
Zur Untersuchung der psychischen Erkrankungen haben die Neurobiologen Tiermodelle entwickelt, wie zum Beispiel das Modell der Trennung Mutter/Neugeborenes. Bei diesem Modell werden die Ratten täglich mehrere Stunden von ihren Muttern getrennt, was später zu einer langfristigen Hirnfunktionsstörung fuhren kann. Die Arbeitsgruppe um Valerie Dauge hat die Auswirkungen dieser Trennung, verbunden mit THCInjektionen, auf das Verhalten gegenüber Opiaten analysiert. Zuvor hatten die Forscher bereits gezeigt, dass die von ihren Muttern getrennten Jungratten besonders empfänglich für Morphin und Heroin waren, und schnell abhängig wurden. Während ihrer "Jugendzeit" (zwischen 35 und 48 Tage nach der Geburt) wurde die verabreichte THC-Dosis (5 oder 10 mg/kg) regelmässig erhöht. Die Forscher haben später den Morphin-Konsum im Erwachsenenalter gemessen und dabei festgestellt, dass die Tiere kein typisches morphinabhängiges Verhalten mehr entwickelten, wie es sonst zu beobachten war. Diese Tiermodelle sollen es den Forschern ermöglichen, sich ein besseres Bild von den Auswirkungen der postnatalen Bedingungen auf die Neurobiologie und das Verhalten der Menschen zu verschaffen. In diesem Zusammenhang bilden die gewonnenen Ergebnisse die Grundlage fur die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung von Entzugserscheinungen und zum Unterdrucken der Drogenabhängigkeit.

Study of oral morphine (25 mg/L) self-administration behavior in the maternal deprivation model. Deprived rats progressively increased their preference for the bottle of morphine, whereas deprived rats treated with THC did not develop such escalation behavior. *P<0.05, **P<0.01, ***P<0.001 vs morphine group.
P.S.
[1] Adolescent Exposure to Chronic Delta-9-Tetrahydrocannabinol Blocks Opiate Dependence in Maternally Deprived Rats - Morel, Giros & Dauge - Neuropsychopharmacology - 24.06.2009
Kontakt: Valerie Dauge - Labor fur Physiopathologie der ZNS-Krankheiten (UPMC / CNRS / Inserm) - Tel: +33 1 44 27 61 09 - E-Mail: valerie.dauge@snv.jussieu.fr
Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 03.07.2009
Redakteurin: Lena Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news329207










