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Doch kein Cannabistoter

Schweizer Gesundheitsministerium

Todesfall eines britischen Cannabiskonsumenten: Fehldiagnose eines britischen Gerichtsmediziners

Schweizer Gesundheitsministerium: Doch kein Cannabistoter [27.01.2004]

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Wie der Schweizer "Tagesanzeiger" berichtet, hat sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG, das Schweizer Gesundheitsministerium) mit dem Todesfall eines britischen Cannabiskonsumenten befasst. Der Fall hatte kurz vor der am Freitag, 29.01. in Kraft tretenden Cannabisliberalisierung in Großbritannien für ein Rauschen im Blätterwald gesorgt (auch der deutsche "Spiegel" hatte eine Meldung eines britischen Boulevardblatts unkritisch übernommen, in der der Todesfall auf eine Cannabisvergiftung zurückgeführt wurde). Die Todesursache bleibe unklar, so der "Tagesanzeiger", eine Haschischvergiftung sei jedoch auszuschliessen. Zu diesem Schluss kam Dr. Rudolf Brenneisen vom Departement für klinische Forschung der Universität Bern, einer der führenden Cannabis-Experten der Schweiz, nachdem er Einblick in das toxikologische Gutachten zu dem Fall erhalten hatte:

Kritik aus Bern

Von den Berichten aus Grossbritannien überrascht, hat das Bundesamt für Gesundheit ( BAG) das britische toxikologische Gutachten selbst angefordert und einen eigenen Bericht zum Tod des 36- jährigen Kiffers erstellen lassen. Schlussfolgerung aus der Schweiz, wie der TA vom BAG am Montag erfuhr: «Die aufgeführten Bluttests lassen nicht den Schluss zu, dass der Tod durch eine Cannabis- Intoxikation zu Stande kam.» Der BAG-Expertenbericht kritisiert auch Datenlage und Schlussfolgerungen der britischen Untersuchung. Die toxikologischen Daten seien dürftig und «absolut nicht beweiskräftig» , heisst es. Zudem seien «methodische Zweifel» sowie «analytische Unzulänglichkeiten» der Untersuchung angebracht. Ein solches Gutachten würde etwa von einem US- Gericht niemals akzeptiert.

Politische Hintergründe

Dass eine toxikologische Untersuchung fünf Monate nach einem ungeklärten Todesfall publik wird, dürfte vornehmlich politische Gründe haben. Letzte Woche hat die britische Regierung das Cannabis nämlich als weniger gefährliche Droge klassifiziert. Den Gegnern dieser Massnahme mag da ein Cannabistoter gerade recht gekommen sein. (Tagesanzeiger (CH), 27.01.2004)

Kein Tod durch Haschisch [Tagesanzeiger (CH), 27.01.2004]

Fehldiagnose eines britischen Gerichtsmediziners [Neue Zürcher Zeitung (CH), 28.01.2004]

Artikel modifiziert Sonnabend 3. September 2005 15:32, Erscheinungsdatum Freitag 3. September 2004 00:00

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