Gefährliche Pestizide im Haschisch – Experten beunruhigt
Kaum eine Woche vergeht, in der die Polizei nicht irgendwo in der Schweiz auf eine illegale Hanf-Produktionsanlage stösst. Die industrielle Cannabis-Produktion boomt und beunruhigt Gesundheitsexperten, wie «10vor10»-Recherchen zeigen. Dieses Haschisch ist nicht nur viel stärker als früher, sondern zum Teil auch mit Spritzmitteln vergiftet.
www.tagesschau.sf.tv 31. Januar 2012 Andy Müller, 10v10
«10vor10» begleitete Drogenfahnder der Stadtpolizei Zürich bei einer Razzia in einer versteckten Hanfproduktions-Anlage. Die Ermittler stiessen dabei auf einen ganzen Berg Dünger und Spritzmittel.
«Es werden verschiedenste chemische Substanzen eingesetzt», stellte Marco Cortesi von der Stadtpolizei Zürich fest. «Das ist sicher nicht gesundheitsfördernd. Den meisten Konsumenten ist nicht bewusst, was da alles drin ist.»
57 Anlagen im Kanton Zürich aufgeflogen
Die Polizei steckt die Hanf-Produzenten in Untersuchungshaft und beschlagnahmt die Zuchtanlagen. Trotzdem entstehen immer mehr illegale Plantagen. Die grossen Gewinne sind verlockend.
«Pro Jahr hat man schnell einen Betrag von weit über 100‘000 Franken, den man mit einer solchen Anlage realisieren kann», sagte Cortesi. Alleine im Kanton Zürich hat die Polizei im letzten Jahr 57 Hanfplantagen entdeckt.
Haschisch ist gefährlicher geworden
Bis Ende der neunziger Jahre boomte der Hanf-Anbau unter freiem Himmel. Doch dann gingen die Strafverfolgungsbehörden hart vor gegen Bauern, die Stoff mit zu hohem THC-Gehalt züchteten. Dies hatte zur Folge, dass die Rauschmittel-Produzenten in den Untergrund gingen.
Cannabis-Experte Rudolf Brenneisen von der Universität Bern spricht von einer problematischen Entwicklung. «Der THC-Gehalt ist in der Regel sehr hoch. Das Risiko eines psychotropen, unerwünschten Effekts steigt.» Das Haschisch aus der industriellen Produktion werde immer stärker und damit auch gefährlicher.










