Hanf-Fasern - Herstellung und ihre Qualitäten

Hanf-Fasern sind der Grundstoff für viele nützliche Anwendungen. Hier die Erkenntnisse eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich, die Hanf-Faser-Fabrik Uckermark (D).

Ökologie
Die Hanf-Faser-Fabrik Uckermark ist ein Verarbeiter mit hohem ökologischen Anspruch. Wer Hanf landwirtschaftlich anbaut, verwendet weder Pflanzenschutzmittel, noch Insektizide, denn Hanf benötigt keinen solchen giftigen Pflanzenschutz. Streng wird auf die Vermeidung von Abfall und die möglichst 100%-ige Verwertung geachtet.
Die Reststoffe, vornehmlich Blätter, Spreu, Staub, kleine Schäben- und Faserreste, werden zu Briketts (Heizmaterial) verpresst. Somit können alle Reste als Biomasse thermisch verwertet werden und es fällt kein Abfall an, der entsorgt werden müsste. Die Maschinen werden mit 100%-abbaubaren Reinigern gepflegt, die Stromversorgung arbeitet über ein eigenes Energiekonzept (BHKW und somit ohne Atomenergie), wo es möglich ist, wird beim Schmier- und Hydrauliköl auf Raps zurückgegriffen etc. etc. Selbstredend, dass Transportwege von der Landwirtschaft zur Verarbeitung so gering wie möglich gehalten werden.
Hanfprodukten wird zurecht ihre Allergiefreundlichkeit nachgesagt. Dementsprechend werden bei unserer Herstellung keinerlei bedenkliche Zusätz, Bindemittel oder Aromastoffe verwendet. So garantieren wir für unsere Produkte ihren naturbelassenen Charakter.

Eigenschaften der Hanffasern

Als Naturfaser sind die Hanffasern verschiedenen Variationen ausgesetzt. Zu den entscheidendsten Faktoren, die Qualität und Toleranz dieser Fasern beeinflussen gehören:

 Landwirtschaftliche Anbauspezifikationen, sowie Sortenwahl
 Röste
 Aggressionswert der Aufbereitung

Faser
Reißfestigkeit(N/mm²)
E-Modul(kN/mm²)
Zersetzungs-Temp.

Rösthanf
Röstflachs
Ramie
Kenaf
Sisal
Jute
Baumwolle
Kokos
1110
930
585
930
855
540
450
255
90
93
33
53
38
45
11
5
335°C
280°C
293°C
-
-
-
-
270°C
Quelle: Einheimische Faserpflanzen, in: Praxis der Naturwissenschaften Chemie, Köln 1997

Fraktale Geometrie der Hanffasern
Hanffasern aus aggressiver Aufbereitung zerfasern von einem groben Bast in viele Einzelfasern und Fibrillen.

Fraktale Hanffasern bilden durch den groben Bastanteil offenporige Gelege, Matten oder Filze. Die aufgefaserten Einzelfasern und Fibrillen des Bastes überziehen das offenporige Gelege durch ein reiches Netz an feinen Knoten und Maschen, welche die Verbindungen der Fasern stabil gestalten. Hanffasern sollten nicht geschnitten, sondern gerissen werden! Genau dort, wo eine Sollbruchstelle dieses suggeriert, werden Hanffasern auf eine stochastisch verteilte Länge gerissen.

Fraktale Hanffasern bilden durch den groben Bastanteil offenporige Gelege, Matten oder Filze. Die aufgefaserten Einzelfasern und Fibrillen des Bastes überziehen das offenporige Gelege durch ein reiches Netz an feinen Knoten und Maschen, welche die Verbindungen der Fasern stabil gestalten. Hanffasern sollten nicht geschnitten, sondern gerissen werden! Genau dort, wo eine Sollbruchstelle dieses suggeriert, werden Hanffasern auf eine stochastisch verteilte Länge gerissen.

Fasern: Allgemeine Produktbeschreibung

Hanffaser

Hanffasern sind Hohlfasern, bestehend aus hochfester Cellulose, bei denen viele Elementarfasern (1) über natürliche Klebsubstanzen (Lignin, Pektine u.a.) zusammen Bastfaserbündel bilden. Bei einer Aufbereitung zerfasern diese Bündel. Solche Bastfaserbündel bilden zusammen mit anderen Rindenzellen (2) die Faserkollektive.

Röste
Die Röste ist ein komplexer mikrobiologischer Prozess, bei dem Lignin und Pektine abgebaut werden. Damit lassen sich Holzanteile des Stängels besser von den Fasern trennen. Außerdem lassen sich die Bastfaserbündel besser zerfasern. Nebenbei wird das Fasermaterial weicher, flexibler und fibrilliert stärker aus. Bei der Röste ist ein hohes Maß an Erfahrung und Kompetenz vonnöten, denn wer die Röste vorzeitig abbricht, erhält sehr sprödes Fasermaterial. Grünhanf gelingt es nur schwer, von Schäben zu befreien, dabei bleibt er sehr grob und von hoher Rückstellkraft, seine Färbung ist hell bis ocker. Anwendungen im Bau bevorzugen den Grünhanf. Textile Anwendungen bedürfen immer eines gut gerösteten Hanfs, er ist grau bis dunkelgrau.

Gut geröstetes Stroh:

Grobe - feine Fasern
Hanf ist seiner Natur nach grob. Über spezielle Pflanzenbauparameter ist der Bast feiner zu entwickern. Nach einer guten Röste können die Bastfaserbündel vereinzelt werden, was das Fasermaterial feiner werden lässt. Die Art und Aggressivität der mechanischen Aufbereitung hat nur sehr begrenzt Einfluss auf die Feinheit. Sehr feine Hanffasern (nahe einer Elementarfaservereinzelung) können nur über einen chemischen oder chemisch-biologischen Verarbeitungsschritt erzielt werden.

Schäbenfreiheit
Zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen der Hanffaseraufbereitung gehört neben der guten Röste, der Faserlängenverteilung, der Staubfreiheit u.a. auch die Schäbenfreiheit. Schäben sind Teile des Stängelmarkes der Pflanze. Jedoch ist die Schäbenfreiheit relativ, denn es gibt keine Hanffasern die absolut frei von Schäben sind.
Farbe: Schäben sind hell. Da gut gerösteter Hanf relativ dunkel ist, fallen die Schäben ob ihrer hellen Färbung schnell ins Auge. Hingegen hat heller Grünhanf meist viel mehr Schäben, ohne dass dieses visuell gleich bemerkt werden. Hier lässt sich das Auge schnell täuschen.

Stapellänge
Hanf-Stapelfasern werden auf Länge gerissen, um das Zerfasern und Auffibrillieren an den Rissstellen zu unterstützen. Die Faserlängenverteilung formt eine Gaußsche Glocke um die gewünschte Stapellänge, wobei Überlängen und sehr kurze Fasern vermieden werden.

Glatte - fraktale Fasern
Hanffaser zerfasern und fibrillieren stark auf (fraktale Fasern), was Sie gegenüber glatten Fasern in vielen Anwendungen auszeichnet.

Artikel modifiziert Donnerstag 11. März 2004 14:56, Erscheinungsdatum Donnerstag 11. März 2004 14:48

Forum des Artikels

Hanf-Fasern - Herstellung und ihre Qualitäten
Guten Tag. Ich melde mich aus Ungarn, ich suche schon seit Tagen nach Maschinen auf der Internet die Hanf verarbeiten können.
Egal für welches Produkt aus Hanf, Rohstoff, Textilfaser, Hanföl...
Bitte wenn Sie eine Firma wissen der solche Maschinen anbaut, verkauft weiterverkauft schreiben Sie mir.
Wir wollen Produkte aus Hanf herstellen.
Viel-vielmals dankeschön Csilla Dobó.

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29 02 2008 von Csilla Dobó

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