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Hanf-Lotti brach zusammen

2004/05/14 - 20 Minuten

Gestern kam Lotti Loosli aus dem Spital nach Hause: Sie war zuvor dreimal zusammengebrochen. Doch "Hanf-Lotti" will weiter um ihre Pflanzen kämpfen.

"Der Mensch ist stärker, als er glaubt", sagt Hanf-Pionierin Lotti Loosli. Doch den Schock der Razzia in ihrer Brienzer Hanf-Gärtnerei (20 Minuten berichtete) konnte sie nicht wegstecken. Dreimal sei sie zusammengebrochen, das letzte Mal am Freitag. "Meine Mitarbeiter haben mich bewusstlos am Boden in der Gärtnerei gefunden. Ich habe keine Ahnung, wie ich dorthin kam", erzählt Loosli. Der Blutdruck sei zu hoch, wurde im Spital diagnostiziert. Gestern durfte Hanf-Lotti wieder nach Hause.

Lotti Loosli schaltete mittlerweile einen Anwalt ein. Die Polizei hatte mehrere zehntausend Setzlinge beschlagnahmt und verdächtigt Loosli, in grossem Stil gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen zu haben. Bei der Razzia fand die Polizei auch 200 000 Franken. Sie durchleuchtet nun alle Geschäftsbücher.

"Ich habe nichts zu verstecken", sagt Loosli, die seit acht Jahren Cannabis für Tee, Käse, Süssigkeiten und Salben anbaut - nur nicht zum Rauchen, wie sie beteuert. Nun bangt sie um ihre Gärtnerei, von der bis zu 12 Arbeitsplätze abhängen. Denn der Preisdruck sei enorm. "Mit Geranien und Stiefmütterchen kann man heute keine Gärtnerei mehr finanzieren".

Daniel Barben
Artikel modifiziert Freitag 14. Mai 2004 12:47, Erscheinungsdatum Freitag 14. Mai 2004 12:45

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Kiffen in Zahlen

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