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Hanf-Verbot für Schweizer Kühe

2005/02/24 - 20 Minuten

Ab dem 1. März darf in den Futtertrögen von Milchkühen, Ziegen oder Schafen kein Hanf mehr liegen. Der Bundesrat beschloss ein Fütterungsverbot für Nutztiere.

Der Grund sind Rückstände des berauschenden Wirkstoffes THC in der Milch. Schluss mit Hanf mampfen für alle Nutztiere: Verankert wurde das Fütterungsverbot in der geänderten Futtermittel-Verordnung des Bundes. Betroffen davon sind neu auch die auf der Sortenliste des Bundesamtes für Landwirtschaft geführten Hanfarten mit tiefem THC- Gehalt.

Ein natürliches Produkt
Milch sei ein natürliches Produkt, in dem man keine psychotrope Substanz wolle, sagte Jürg Jordi, Sprecher des Bundesamtes für Landwirtschaft, der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage. Milch könne ohne Hanf produziert werden. Für Verunreinigungen durch Blei oder Pestizide, die nicht ausgeschlossen werden könnten, gebe es Toleranz- und Grenzwerte.
Laut Jordi wird in der Schweiz so genannter Bauernhanf auf einer Fläche von rund 30 Hektaren gepflanzt. Hanf werde somit nicht in rauhen Mengen verfüttert.

Werbung gab den Anstoss für Verbot
Das Verbot bekommt vor allem die Sanasativa GmbH mit Sitz in Ladir GR und einer Filiale in Murist FR zu spüren, die den Bauern Saatgut verkauft. Geschäftsführer ist der Hanf-Anwalt Jean-Pierre Egger. Die Behörden handelten nach einer Werbung des Unternehmens in der Westschweiz, wonach Bauernhanf die Menge und Qualität der Milch steigern soll.
Für Agroscope, die Eidg. Forschungsanstalt für Nutztiere und Milchwirtschaft, sind die in einer Zeitungsannonce gemachten Angaben wissenschaftlich nicht abgestützt und irreführend. Bewiesen sei dagegen, dass THC aus dem Hanf in die Milch übertragen werde.
Laut Agroscope-Forscher Daniel Guidon gibt es Studien in Pakistan, nach denen Kinder, welche die Milch von Wildhanf fressenden Kühen trinken, THC im Blut aufweisen. Guidon ist überzeugt, dass mit THC versetzte Milch die Gesundheit von Kindern gefährden kann.
Einschlägige Studien in Europa existieren praktisch nicht, da jeglicher Hanfanbau ohnehin verboten ist. Neben dem gesundheitlichen Aspekt soll das Verbot Konsumentinnen und Konsumenten vor Täuschung schützen. Laut Guidon erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher schlicht kein THC in der Milch.

Keine Dummheiten machen
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) unterstützt das Hanf-Fütterungsverbot ohne Wenn und Aber. Die Milchwirtschaft dürfe nicht durch Dummheiten gefährdet werden, sagt Thomas Jäggi vom SBV-Geschäftsbereich Viehwirtschaft.
Jegliche Belastung der Milch muss gemäss Jäggi vermieden werden. THC, auch wenn nur in Spuren vorhanden, gefährde nicht nur das Naturprodukt Milch, sondern auch den Export von Käse. Landwirte übrigens, die das Verbot ignorieren, müssen mit einer Anzeige und einem Strafverfahren rechnen.

Quelle: SDA
Artikel modifiziert Montag 7. März 2005 14:21, Erscheinungsdatum Donnerstag 24. Februar 2005 00:00

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