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Hanf als Antibiotikum - eine vergessene Studie aus den 50er Jahren

Im Vorlesungs- und Diskussionszyklus "Hanf als Medikament" beschäftigte sich das Team um Dr. Jan Kabelik von der Universität Olomouc (Tschechische Republik) mit der therapeutischen Wirkung des Hanfs, im Besonderen mit dessen Wirkung als Antibiotikum. Die Studie beschreibt ebenfalls Versuche mit Substanzen aus den Hanfsamen und deren Wirkung in der Behandlung der Tuberkulose ohne Anwendung von Standardmedikamenten

Hanf als Medikament

Autoren : J. Kabelik, Z. Krejci, F. Santavy, lnstitut für Hygiene und Epidemiologie (Direktor : Prof. Dr. J. Kabelik) und Institut für medizinische Chemie (Direktor : Prof. Dr. F. Santavy) von der medizinischen Fakultät der Universität von Palacky, Tschechische Republik

Der Vorlesung- und Diskussionszyklus «Hanf als Medikament » wurde ursprünglich für eine wissenschaftliche Konferenz der Universität vorbereitet, die im Dezember 1594 in Olomouc statt fand. Ein Teil der Konferenz befasste sich mit der therapeutischen Wirkung des Hanfs, im Besonderen mit dessen Wirkung als Antibiotikum.

Ein anderer Teil der Studie beschreibt Experimente mit Substanzen aus Hanfsamen. Diese Substanzen wurden mit Wasser, Salzlösungen oder heisser Milch extrahiert und bestehen hauptsächlich aus Edestin [1], Cholin und Trigonellin [2]. Edestin ist eines der bekömmlichsten pflanzlichen Proteine und versorgt den Körper mit allen Aminosäuren, die bei der Behandlung der Tuberkulose und im Wachstum eine Rolle spielen. Cholin und Trigonellin spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Leber.

Im Rahmen einer systematischen Suche nach bakterienhemmenden Substanzen in der Flora der gemässigte Klimazone Tschechiens wurden von den Forschern mehr als 3000 verschiedene Arten untersucht, wobei schlussendlich der Hanf (Cannabis sativa var. Indica) einer vertieften Erforschung unterzogen wurde. Schon einige Jahre zuvor war die antibakterielle Wirkung des ätherischen Hanföls von Forschern des tschechischen Hygieneinstituts beschrieben worden. Die Resultate hatten das Interesse an der medizinischen Verwendung von Cannabis erweckt, woraufhin zahlreiche Studien von verschiedenen Instituten und Fakultäten veröffentlicht wurden.

Unabhängig von Kabelik et al. wurde die antibakterielle Wirkung in den darauf folgenden Jahren auch von anderen Wissenschaftlern beschrieben und untersucht, darunter Ferenczy und Drobotko. Diese tschechischen Ärzte waren durch die Beschreibung der antibiotischen Wirkung anderer Pflanzen in der Literatur auf den Hanf gestossen. Die ersten Resultate dieser Studie wurden 1952 in der Ärztetzeitung Lekarske Listy publiziert, ebenso im Reader der Konferenz der Universität von Olomouc im Jahre 1955. Auch das Magazin "Die Pharmazie" veröffentlichte 1957-1959 eine Zusammenfassung der Studie.

Inhalt der Studie:

1. Geschichte der medizinischen Verwendung des Hanfs. Anwendung von Hanf in der antiken Medizin und in der Volksmedizin bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.

2. Die Eigenschaften der isolierten Substanzen, ebenso Eigenschaften und Struktur der isolierten antibakteriellen Substanzen. Herstellung der Essenzen, bakteriologische Technik, Spektrum der auf Cannabis indica empflindlichen Bakterien.

3. Methodik und Resultate der bakteriologischen Versuche.

4. Zusammenfassung der klinischen Versuche

5. Therapeutische Resultate in der Stomatologie. Klinische Anwendung der aus Hanf hergestellten Substanzen in der Stomatologie.

6. Cannabis indica bei Hals-Nasen- und Ohrenkrankheiten. Gute Ansprechbarkeit auf die im Hanf vorkommenden Antibiotika bei Patienten mit Otitis, Sinusitis, Verletzungen der Nasenlöcher und chronischer Ohrentzündung mit Eiterbildung.

7. Wichtige Rolle der Hanfsamen bei der Behandlung der Tuberkulose. Die Verabreichung von Hanfsamen zur Heilung der Tuberkulose beruht auf 30 Jahren Erfahrung mit diätetischen Massnahmen im Sanatorium Jince. Die Autoren der Studie betrachteten einen guten Leberstoffwechsel als Vorbedingung für eine vollständige Assimilation. Die Empfehlungen und Einschränkungen dieser Diät gelten heute als Standard bei Leber-Spezialdiäten.

8. Literaturverweise für die Studie "Hanf als Medikament"(Originaltext Englisch).

Bushka Bryndova

Download der Studie im pdf-Format (Englisch) s. unten

Quelle: http://www.unodc.org/unodc/bulletin...

Notizen

[1] die Proteine der Hanfsamen bestehen zu 65% aus Edestin

[2] ein Bitterstoff, der auch in Rotklee und Kaffee vorkommt

  • L'étude des effets antibiotiques du chanvre réalisée dans les années 50 par l'équipe du Pr. J. Kabelik dans une université tchécoslovaque était très concluante et a décelé un grand nombre de bactéries sensibles au traitement par des extraits de chanvre. De plus, les chercheurs y présentent leurs excellentes expériences avec les effets thérapeutiques des graines de chanvre dans le traitement de la tuberculose sans recours à la médecine classique.
  • Il ciclo di letture e discussioni « La canapa come medicina » messo a punto dal gruppo del Pr. Jan Kabelik presso l'università d'Olomouc (Repubblica ceca) è dedicato all'azione terapeutica della canapa ed in particolarmodo al suo effetto antibiotico. Lo studio spiega anche le sperimentazioni con sostanze contenute nei semi di canapa per il trattamento della tuberculosi, facendo a meno dei medicamenti tradizionali.
  • IMPORTANCE OF HEMP SEED IN THE THERAPY OF TUBERCULOSIS* During the thirties and forties, in the absence of antibiotics, chemotherapeutics and surgical methods, tuberculosis was rather effectively treated with a therapeutic diet, developed by a team of medical doctors in a sanitarium for patients suffering with tuberculosis at Jince.
Artikel modifiziert Mittwoch 24. August 2005 13:30, Erscheinungsdatum Dienstag 23. August 2005 16:26

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