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Höhere THC-Grenzwerte ( 1% ) für Industriehanf

Nur Hanf mit einem THC-Gehalt von über einem Prozent soll künftig als Droge gelten. Der Bund will damit mehr Rechtssicherheit für Bauern, die legal Hanf für industrielle Zwecke anbauen.

http://www.drs.ch 19.10.2010

Der Bund will klarer zwischen Industrie- und Drogenhanf abgrenzen. Als Droge soll künftig nur noch Cannabis mit einem Gehalt von mehr als einem Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) eingestuft werden. Dies schlug das eidgenössische Departement des Innern (EDI) im Rahmen einer Anpassung der Betäubungsmittelverordnungen vor. Ziel ist eine Erhöhung der Rechtssicherheit für Produzenten von Industriehanf.

Konfliktpunkt: Hanf als Droge oder in Seifen und Stoffen

Gemäss dem alten Betäubungsmittelgesetz war der Anbau, die Einfuhr, die Herstellung oder das Inverkehrbringen von Hanfkraut verboten, wenn es zur Gewinnung von Betäubungsmitteln diente.

Diese Bestimmung bot vor Gericht immer wieder Anlass zu Streit über die Frage, ob ein Bauer nun Hanfstauden anpflanzte, um daraus Seile, Stoffe, Kosmetika oder andere industrielle Produkte herzustellen, oder um sie als Droge zu verkaufen.

Natürliche THC-Schwankungen

Das Bundesgericht empfahl in der Folge einen Richtwert von 0,3 Prozent THC-Gehalt, um Industrie- von Drogenhanf zu unterscheiden. Damit wurde das Problem jedoch nicht gelöst. Denn der Gehalt von THC in so genanntem Faser- oder Industriehanf liegt oft über diesem Wert.

Mit dem neuen Grenzwert von einem Prozent will der Bund nun dafür sorgen, dass Produzenten von Industriehanf in Zukunft nicht mehr unnötig ins Visier der Justiz gelangen. Dieser Grenzwert führe zu weniger fälschlicherweise positiven Befunden, hiess es in den Erläuterungen zu den Verordnungen.

Joint-Hanf enthält durchschnittlich zehn Prozent THC

Er trägt sowohl den natürlichen Schwankungen des THC-Gehalts von Industriehanf Rechnung als auch dem Umstand, dass ein Joint mit Kraut aus 1-Prozent-THC-Hanf wenig berauschende Wirkung entfaltet. Im Schnitt enthält heute Drogenhanf einen THC-Wert von 10 Prozent. Indoor-Gras kann weit über 20 Prozent enthalten.

Anhörung bis Ende November

Die Regeln über den THC-Grenzwert gelten nicht nur für Hanfblüten, Cannabisextrakte, Hanföle und -tinkturen, sondern auch für Cannabissamen und -stecklinge. Diese Bestimmungen gehen nun bis am 30. November 2010 in die Anhörung. Sie sind in Verordnungen enthalten, die nach der Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes überarbeitet wurden. (rend, sda)

  • È la proposta dell'Ufficio federale della sanità
Erscheinungsdatum Freitag 29. Oktober 2010 19:48

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