Internationales Potenzial des Hanfs und anderer Faserpflanzen (Prof. Dr. R. Kozlowski)
Zusammenfassung/ abstract
Der Reichtum der Natur bietet uns zahlreiche Materialien, die man als Faserpflanzen bezeichnet. Sie werden so genannt wegen der Fasern, die sich in den Blättern, Früchten, Samenkapseln oder dem Stängel vorfinden. Pflanzen mit Faserstrukturen wachsen in sämtlichen geographischen Breiten. Der allen Faserpflanzen gemeinsame Nenner ist ihre absolute Umweltfreundlichkeit, denn sie sind vollständig erneuerbar und biologisch abbaubar. Diese wertvollen Eigenschaften sind von höchstem Interesse in einer Zeit, da die Gesundheit eine sehr wichtige Rolle spielt und die Hauptaufgabe der Menschheit in einer guten Koexistenz mit der Natur liegt.
Grüne Fasern wie Hanf, Flachs, Baumwolle, Jute, Sisal, Kenaf und die Fasern verwandter Pflanzen werden seit ca. 6000 Jahren v. Chr. bis zum heutigen Tag verwendet und sind das zukünftige Rohmaterial nicht nur für die Textilindustrie sondern auch für moderne, umweltfreundliche Materialien für so unterschiedliche Anwendungsgebiete wie Baustoffe, Isolationsmaterial, Isolations- und Pressplatten, die menschliche und tierische Ernährung, hautfreundliche Kosmetika, die Medizin. Auch als Ausgangsmaterial für andere Biopolymere (z.B. "Plastik") und "Feinchemikalien" sind sie geeignet. In Bezug auf das Ökosystem stellen die Faserpflanzen keine Belastung dar, sie gedeihen unter den verschiedensten klimatischen Verhältnissen und recyclen das Kohlendioxid der Erdathmosphäre in idealer Weise. Die Wiedereinführung der Faserpflanzen ist für Europa von grösster Wichtigkeit, weil sie zu einem besseren landwirtschaftlichen Gleichgewicht der europäischen Region führt und das Zellulosestoff-Defizit des nächsten Jahrtausends (mit einer erwarteten Erdbevölkerung von 11.6 Milliarden) vermindern wird.
Die in unserem Referat vorgestellten Unterlagen behandeln die neuesten Errungenschaften in der Verwendung von Bastfasern im Textil- und Nichttextilbereich sowie ihr Potenzial für zukünftige Anwendungsgebiete.









