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Nach Razzia: "Hanf-Lotti" bangt um ihr Lebenswerk

2004/05/06 - 20 Minuten

Hanf-Pionierin Lotti Loosli (48) kämpft seit Jahren gegen die Verteufelung von Cannabis. Doch nun wird sie verdächtigt, ihre Pflanzen zum Kiffen verkauft zu haben.

"Eher hänge ich mich an einem Hanfstrick auf als zuzuschauen, wie mein Lebenswerk vernichtet wird", seufzt Loosli. Seit am Dienstag rund 30 Polizeibeamte ihre Gärtnerei gestürmt haben (20 Minuten berichtete), hat sie wieder Kopfweh. Dabei war ihre Migräne doch verflogen, nachdem sie vor über zehn Jahren Hanftee zu trinken begann. Überzeugt von der Heilkraft, mietete sie in Brienz eine alte Gärtnerei. Zwölf Angestellte zogen dort Cannabispflanzen und verkauften Tee, Käse, Süssigkeiten, Kerzen und Salben. Nur zum Rauchen war Hanf-Lottis Kraut nicht bestimmt.

Das bezweifeln die Behörden: Sie hegen den Verdacht, dass im grossen Stil gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen wurde. Bei der Durchsuchung stellten sie mehrere zehntausend Hanfsetzlinge sicher und leerten sogar das Trinkgeldkässeli. An verschiedenen Orten kamen über 200 000 Franken zum Vorschein. "Mit einem Teil davon wollte ich ein Altersheim in Sri Lanka unterstützen. Zudem habe ich geerbt", behauptet Loosli. Während der gestern eröffneten Voruntersuchung wird der THC-Gehalt der Pflanzen untersucht. Loosli ist fast sicher, dass er zu hoch liegt: "Dann müssen wir den Betrieb schliessen".

Erscheinungsdatum Freitag 7. Mai 2004 15:13

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