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Ob legal oder nicht: Es wird gekifft

2004/06/05 - Berner Zeitung

Am 14. Juni entscheidet der Nationalrat, ob Kiffen straffrei wird. Wie das Urteil auch ausfällt: Weder Gesetze noch Prävention haben verhindert, dass der Cannabiskonsum zum Gesellschaftsproblem wurde. Am übernächsten Montag wird ein Schweizer Glaubenskrieg entschieden: Soll man den Cannabiskonsum entkriminalisieren - ja oder nein? Wird also das Rauchen des Joints straffrei? Der Ständerat hat Ja gesagt. Wenn der Nationalrat am 14. Juni aber verneint, ist die Revision des Betäubungsmittelgesetzes gescheitert. Kiffen bleibt dann weiterhin verboten.
Auch bei einem Ja würde aber nicht die totale Freiheit anbrechen, denn der Hanfhandel würde dann strikt kontrolliert, der Jugendschutz und die Suchtprävention forciert. Die Wirklichkeit des Kiffens zeigt sich allerdings vom bisweilen erbittert geführten Glaubenskrieg seltsam unberührt. Obwohl Kiffen verboten ist, tun es immer mehr - und immer jüngere Menschen. Und auch Präventionsprogramme, die schon heute breit angeboten werden, halten die zunehmende Benebelung der Sinne nicht auf.
Ist das gefährlich? Nein, sagen die Befürworter einer Liberalisierung. Denn anders als beim ebenfalls vordringenden Kokain, das laut einer gestrigen Konferenz des Bundesamts für Gesundheit ein hohes Suchtpotenzial hat, sind gesundheitliche Langzeitschädigungen durch Cannabis nicht erhärtet. Cannabis wird dennoch zum gesamtgesellschaftlichen Problem. "Die Schule ist keine Ausnüchterungszelle", reagiert etwa der Dachverband der Schweizer Lehrer auf die Tatsache, dass viele Schüler bekifft - und damit kaum lernfähig - sind. Die Winterthur- Versicherung kennt Fälle, in denen bekiffte Jugendliche sich sogar ans Steuer setzen und Schäden mit hohen Folgekosten anrichten.

svb/jsz
Artikel modifiziert Montag 7. Juni 2004 14:29, Erscheinungsdatum Montag 7. Juni 2004 14:29

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