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SVP fordert, Kiffer von der Schule zu weisen

2004/02/05 - Der Bund

Bern/Wallis - Die SVP macht ihre Drohung wahr und fordert in einer Motion: wer auf dem Schulareal einen Joint raucht, soll von der Schule gewiesen werden. Die Lehrer reagieren skeptisch.

Grossrat Thomas Fuchs von der Berner SVP denkt, dass "wir den Jugendlichen Schranken setzen müssen" und fordert in einer Motion, dass Besitz und Konsum von Hanf auf dem Schulgelände geahndet werden müssen.

Im Wallis hat das Kantonsparlament am Mittwoch 4.2. eine entsprechende Motion bereits angenommen. Nur die SP sprach sich gegen die Überweisung der Motion aus. Alle Schulen hätten für solche Fälle bereits Reglemente und Sanktionsmöglichkeiten. Zudem gebe es gesetzliche Richtlinien, die eine Verzeigung der Cannabiskonsumenten vorschrieben. Die anderen Fraktionen stellten sich jedoch auf den Standpunkt, dass hartes Vorgehen gegen den Hanfkonsum auf dem Schulhof vonnöten sei.

Die Lehrerschaft reagiert eher skeptisch und will sich nicht zu Erfüllungsgehilfen bewiesenermassen unwirksamer Repressionsmethoden machen lassen. Sie setzt auf Prävention und das persönliche Gespräch mit den Schülern. "Wir suchen zusammen mit Eltern und Lehrmeistern andere Wege", sagt Herbert Binggeli von der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern. Es sei ja klar, dass Ausschlüsse keine gute Idee seien. Der Berufsverband der Berner Lehrer erwartet vom Staat mehr Prävention. Das Problem seien Schüler, die bekifft zum Unterricht kämen.
Kiffende Schüler protestieren gegen dieses Vorhaben. "Ich kiffe nicht, wenn ich noch Unterricht habe", meint ein Mechaniker-Lehrling. Und: "Da müsste man ja die Hälfte der Schüler ausschliessen".

Es wird in den vorliegenden Berichten nicht erwähnt, ob die vorgesehenen Regelungen nur für Minderjährige vorgesehen sind. Aber selbst minderjährige Schüler werden sich von davon kaum einschüchtern lassen. Diese Motionen entlarven die SVP und andere konservative Kreise einmal mehr als unfähig, eine wirklich volksnahe und vernünftige Politik zu machen. Man hätte von den angeblichen Siegern der Parlamentswahlen vom letzten Oktober frischere und originellere Lösungen erwarten dürfen. Statt dessen bieten ihre Vertreter altbackene und repressive Rezepte, welche sich schone lange als unwirksam erwiesen haben.

Artikel modifiziert Dienstag 17. Februar 2004 14:11, Erscheinungsdatum Dienstag 17. Februar 2004 14:09

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