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Schmerz-Patientin darf kein Cannabis anbauen

Das Amtsgericht Meiningen hat den Antrag einer Frau aus Thüringen zurückgewiesen, Hanf als Medizin anbauen zu dürfen. Die nach einer Krebsoperation von Dauerschmerzen geplagte Frau hatte sich am 18. August selbst angezeigt. Sie wollte erreichen, dass sie ihre vier Cannabispflanzen in Höhe zwischen 20 und 40 Zentimetern und die zehn Stecklinge behalten kann. Denn das Medikament mit dem gleichen pflanzlichen Wirkstoff kostet mehrere hundert Euro pro Monat. Das will die Krankenkasse aber nicht mehr bezahlen.
Das Amtsgericht begründete die Zurückweisung ihres Vorhabens damit, dass bisher ein Antrag der Staatsanwaltschaft auf eine Beschlagnahme nicht vorliege. Dadurch sei "die Zuständigkeit des Ermittlungsrichters nicht begründet und eine Entscheidung durch ihn nicht zulässig", hieß es.
Der Anwalt der 50-Jährigen Frau warf dem Gericht vor, es wolle sich aus der Verantwortung stehlen. Es sei schade, dass die Justiz einer Frau, die seit 14 Jahren unter starken Schmerzen leide, nicht habe weiterhelfen können. Nach Absprache mit seiner Mandantin werde er vermutlich Berufung beim zuständigen Landgericht Meiningen einlegen, sagte Rechtsanwalt Robert Wenzel.
In zehn US-Bundesstaaten und Kanada ist Patienten den Selbstanbau von Cannabis erlaubt. In Deutschland hatte die rot-grüne Bundesregierung 2002 in ihrer Koalitionsvereinbarung versprochen, dass "die Verschreibungsmöglichkeiten von Cannabisarzneimitteln in wissenschaftlich anerkannten Fällen weiter entwickelt" werden soll, was bis dato nicht passiert ist.
Mittlerweile nutzen auch Menschen mit spastischen Lähmungen, Bewegungsstörungen und krampfartigem Asthma die Droge. Sie hilft darüber hinaus, den Augeninnendruck beim Glaukom zu senken, den Darm von Morbus-Crohn-Kranken zu beruhigen und die Schmerzen bei Multipler Sklerose zu lindern; sogar epileptische Anfälle sollen Hasch und Marihuana verhindern können.

www.tagesschau.de
Erscheinungsdatum Mittwoch 13. Oktober 2004 15:51

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