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Schweiz bestätigt Ruf als ein "Kifferparadies"

2004/12/14 - 20 Minuten

Auch in einer neuen Erhebung belegten 15- bis 16-Jährige beim Cannabiskonsum einen europäischen Spitzenplatz. Beim Tabak- und Alkoholkonsum nehmen die Schweizer Schüler einen Rang im Mittelfeld ein.

Nur einen Monat nach Veröffentlichung einer Studie aus dem Jahr 2002 belegt eine Umfrage bei 2.600 Jugendlichen im Jahr 2003 die damaligen Erkenntnisse: Die Schweiz nimmt beim Cannabiskonsum eine Spitzenposition ein. Rund 23 Prozent der befragen Schüler und 17 Prozent der befragten Schülerinnen gaben an, in den letzten 30 Tagen Cannabis geraucht zu haben, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) sowie das Institut für Suchtforschung (ISF) mitteilen. Jeder zehnte 15-Jährige kifft monatlich sogar mindestens sechs Mal. Gemessen an diesem Kriterium nimmt die Schweiz bei der europäischen Schülerbefragung (ESPAD) sogar den ersten Platz ein. Beim Konsum anderer illegalen Drogen befindet sich die Schweiz eher im Mittelfeld.

Hoch sei auch der Konsum von Tabak und Alkohol. Trotzdem belegten die Schweizer Jugendlichen einen Platz im europäischen Mittelfeld. Etwa drei Viertel der 15-Jährigen in der Schweiz haben gemäss ihren Aussagen im Monat vor der Befragung Alkohol konsumiert. Dies obschon der Verkauf an Minderjährige verboten ist. Im obersten Drittel, noch vor den Ländern denen fälschlicherweise ein hoher Alkoholkonsum zugeschrieben werde, befinde sich die Schweiz im Bezug auf die Häufigkeit des Konsums. 15 Prozent gaben zudem an, sich in den letzten 30 Tagen drei Mal in den Rausch getrunken zu haben. Besorgniserregend sei, dass bei den 13-jährigen bereits jeder Fünfte einmal im Monat fünf und mehr alkoholische Getränke konsumiert habe. Dieser Anteil steigt auf fast 45 Prozent bei den 16-Jährigen. Anführer der Konsum-Rangliste sind die englischsprachigen Länder sowie die "Bierländer" Deutschland, Dänemark, Belgien und die Niederlande.

Auch beim Tabakkonsum nimmt die Schweiz einen mittleren Rang ein. Der Konsum hat im vergangenen Jahrzehnt stark zugenommen und sich auf hohem Niveau stabilisiert. Ländern mit traditionell hohem Konsum bei Minderjährigen, wie Frankreich und Grossbritannien sei es dank höherer Besteuerung und Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen gelungen, den Tabakkonsum zu senken.

Die gesellschaftlichen Ursachen für die Entstehung und die Verfestigung von Suchtverhalten sind laut Mitteilung vielfältig. So könnten Neugierde, ungenügende soziale Kontrolle, Jugendarbeitslosigkeit und der Zerfall familiärer Bindungen dazu führen, dass Jugendliche vermehrt zu psychoaktiven Substanzen greifen. Aber auch tiefe Preise und der leichte Zugang zu alkoholischen Getränke und Tabakprodukte seien Gründe für den hohen Konsum.

Quelle: AP
Erscheinungsdatum Dienstag 28. Dezember 2004 16:46

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