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Singapur: noch immer Todesstrafen wegen Cannabishandel

Tragische Szenen spielten sich nach der Hinrichtung des Tamilen Shanmugam Murugesu in Singapur ab. Weil er ein Kilogramm Marihuana über die Grenze von Malaysia bringen wollte, ist der 38-Jährige letzten Freitag in Singapur hingerichtet worden. Ein letztes Gnadengesuch war zuvor abgelehnt worden.

Im August 2003 war der Tamile Shanmugam Murugesu an der malaysischen Grenze mit 1,03 Kilogramm Cannabis erwischt worden. Im Jahr 2004 wurde er zum Tode verurteilt, ging in Berufung und verlor. Opposition und Bürgerrechtler hatten bis zuletzt für seine Begnadigung gekämpft - vergeblich. Shanmugams Söhne Gopalan und Krishnan hatten knapp 1000 Unterschriften zur Rettung ihres Vaters gesammelt. Singapurs Präsident S. R. Nathan lehnte jedoch auch das letzte Gnadengesuch im April ab. Um 6 Uhr Ortszeit wurde Murugesu heute in der Haftanstalt Changi erhängt.

Singapur ist für seine drakonischen Strafen bekannt. Wer mit mehr als 500 Gramm Cannabis oder 15 Gramm Heroin gefasst wird, gilt als Drogenhändler und wird zwangsläufig zum Tode verurteilt. Amnesty International zufolge wurden in dem südostasiatischen Stadtstaat seit 1991 mindestens 420 Menschen hingerichtet, die meisten davon wegen Drogenhandel. Singapur hat, gemessen an der Bevölkerungszahl, die weltweit höchste Hinrichtungsrate. Nach einem Bericht der Zeitung "Straits Times" wurden seit der Unabhängigkeit Singapurs 1965 nur sechs Todeskandidaten begnadigt.

http://www.spiegel.de/panorama/0,15...

Die Menschenrechts- und Drogenaktivistin Andria Efthimiou-Mordaunt von John Mordaunt Trust und Eurodrug über die Unmenschlichkeit dieser Hinrichtung:

"Nach den neuesten Informationen spricht alles dafür, dass auch bei dieser Hinrichtung gepfuscht wurde...durch den Strang wurde der Kiefer gebrochen und der Mann starb einen langsamen, qualvollen Tod bei vollem Bewusstsein, durch Einschnürung der Halsschlagader.

Wird eine Exekution durch Henken lege artis durchgeführt, sollte durch den Fall sofort das Genick gebrochen und das Rückmark durchtrennt werden, so dass der zum Tod Verurteilte in eine tiefe Bewusstlosigkeit fällt. Es sind jedoch nur wenige Henker so menschenfreundlich und haben die nötigen Kenntnisse, die technische Durchführung der Exekution so zu berechnen und einzurichten, dass der Verurteilte einen schnellen und schmerzlosen Tod stirbt.

Persönlich bin ich sehr erschüttert, dass es immer noch Länder gibt, in denen kleine Cannabishändler auf dermassen grausame Weise hingerichtet werden. Mit diesen mittelalterlichen Praktiken verstösst der sich modern und zivilisiert wähnende Staat Singapur gegen grundlegende UNO-Konventionen und Vereinbarungen über Menschenrechte.

Immerhin geschah diese Hinrichtung an einem Freitag den 13. Früher, als in Grossbritannien noch gehenkt wurde, war der Strick immer aus Hanf, 13 Fuss lang und 13 mal gedreht, die Schlinge wurde mit weichem Chamoisleder umwickelt, um die Haut nicht zu verletzen".

Artikel modifiziert Freitag 20. Mai 2005 14:01, Erscheinungsdatum Montag 16. Mai 2005 08:47

Forum des Artikels

> Singapur: noch immer Todesstrafen wegen Cannabishandel
Die beste und einfachste Reaktion auf dieses selbsternannte Moralapostelregime: Boykott Singapure Airline, Boykott für alle Produkte "Made in Singapure", Vermeide Einreisen und Transits (selbst im Transit wurde ein Australier verhaftet und hingerichtet), Boykottiere alles was mit Singapure zusammenhängt. Das sind Reisfresser die vor hundert Jahren den Reis von der Erde gefressen haben und heute den modernen Staat geben wollen. Lächerlich!!!

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20 September 2007

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