Spanien startet große Tests mit Cannabis als Medizin

Spaniens sozialdemokratische Regierung hat die Zustimmung zu den weitreichendsten Versuchen mit medizinischem Cannabis gegeben, die je durchgeführt wurden. Vier Krankenhäuser, 60 Apotheken und 1.500 Patienten in Katalanien werden an dem Versuchsprogramm teilnehmen, das von der Landesregierung unterstützt wird und die Wirksamkeit von Cannabis bei zahlreichen Krankheiten testen soll. "Experten stimmen überein, dass Cannabis interessante therapeutische Möglichkeiten hat", so der Direktor der katalanischen Gesundheitsbehörde, Rafale Manzanera, "Wir wollen seine Effektivität bei den verschiedensten Gruppen von Patienten herausfinden. Dies ist bisher noch nie gemacht worden."
Patienten werden Cannabis-Kapseln gegen voier Beschwerden verschrieben: Multiple Sklerose (MS); die Nebeneffekte der Chemotharpie; Appetitlosigkeit bei Aids-Kranken, und Schmerzpatienten, denen bestehende Therapien nicht helfen.
Medizinischer Cannabisgebrauch ist in Spanien weit verbreitet, aber die Nutzer sind von informellen Netzwerken abhängig um sich über die Drogen zu informieren und sie zu beziehen. Ohne eine zuverlässige Quelle aber variiert die Wirksamkeit und Stärke der Substanz. "Die Mehrhheit der patienten mit den wir gesprochen haben sagt, dass Cannabis ihre Lebensqualität verbessert hat", so Rafael Borràs, ein Mitglied des College of Pharmacists, "aber es fehlte an ausreichenden Informationen. Deshalb haben wir diese Pilotstudie vorgeschlagen."
Montse Domenech von der Vereinigung von Brustkrebs-Patienten in Barcelona sagt, dass drei von vier Anrufen bei ihgrer Gruppe Rat zur Cannabisbenutzung suchen. Die meisten Onkologen in Barcelona würden die Nutzung von Cannabis empfehlen, aber damit nicht an die Öffentlichkeit gehen.

www.observer.guardian.co.uk
Erscheinungsdatum Montag 7. Februar 2005 23:04

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