Studie belegt: US-Anti-Marijuana-Kampagne erzeugt "Boomerang-Effekt"

San Marco, Texas: Die vom Office of National Drug Control Policy (ONDCP) publizierten Anti-Marijuana-Kampagnen scheinen einen Boomerang-Effekt zu haben. So entwickeln Teenager tendenziell eine positivere Meinung zur Substanz sowie die erhöhte Bereitschaft zum Cannabiskonsum, nachdem sie mit den Inseraten konfrontiert wurden. Dies belegt eine aktuelle Studie, die in der Mai-Ausgabe des Magazins „Addictive Behaviors“ erschienen ist.

Bei der Studie wirkten 226 Freiwillige zwischen 18 und 19 Jahren mit, die alle entweder die Anti-Marijuana-Kampagnen auf der ONDCP-Website oder eine Reihe von Anti-Tabak-Inseraten gesehen hatten. Anschliessend wurden die Probanden aufgefordert, ihre Meinung zu den beiden Substanzen auf einer Skala von 1 - 5 (gut-schlecht) zu bewerten. Zusätzlich prüften die Forscher auf einer 10-Punkte-Skala die Bereitschaft der Studienteilnehmer, entweder Marijuana oder Tabak zu konsumieren.

Die Forscher fanden heraus, dass diejenigen mit der Anti-Marijuana-Kampagne konfrontierten Probanden auffällig selten eine negative Meinung zu Cannabis äusserten. Bei den Anti-Tabak-Inseraten hingegen konnte dieser „Boomerang-Effekt“ nicht festgestellt werden.

„Es scheint, dass ... die öffentliche Anti-Marijuana-Haltung im Rahmen der Nationalen Anti-Drogen-Kampagne in den Vereinigten Staaten genau das Gegenteil von dem auslöst, was die Urhebern eigentlich beabsichtigt hatten,“ fassen die Autoren der Studie zusammen. „Dieser Effekt konnte ausschliesslich bei der Anti-Marijuana-Kampagne beobachtet werden, nicht aber bei den Anti-Tabak-Inseraten. Es kann also nicht von einer grundsätzlichen Ablehnungshaltung der Teenager (z. B. Rebellentum) gegenüber jeglichen Anti-Drogen-Argumenten ausgegangen werden.“

„Diejenigen Jugendlichen, welche die Anti-Marijuana-Publikationen gesehen haben, haben eine signifikant höhere Bereitschaft zum Gebrauch der Substanz bekundet, als diejenigen, denen die Anti-Tabak-Inserate gezeigt worden waren. ... Es besteht also die Möglichkeit, dass die Konfrontation mit Anti-Marijuana-Inseraten die Jugendlichen nicht nur zu einer positiveren Meinung über die Substanz bewegt, sondern auch die direkt das Risiko vergrössert, dass diese Marijuana konsumieren werden,“ folgern die Forscher weiter.

Die Nationale Jugend-Anti-Drogen-Medienkampagne wurde vom US-Kongress 1998 initiiert. Die landesweiten Inseratekampagnen und Spot-Ausstrahlungen, die unter anderem auch propagieren, dass der Cannabis-Gebrauch den Terrorismus fördere, haben bisher bereits über 2 Milliarden Dollar Steuergelder verschlungen.

Für weitere Informationen (in Englisch):
- Paul Armentano, NORML Senior Policy Analyst, at (202) 483-5500.
- Gesamttext der Studie "Explicit and implicit effects of anti-marijuana and anti-tobacco TV advertising", erschienen in der Mai-Ausgabe des Magazins “Addictive Behaviors”

  • D'après une étude publiée dans le numéro de mai de la revue Addictive behaviors, il est plus probable que les adolescents s'essaient au cannabis après avoir vu les spots télévisés antidrogue produits part l'Office of National Drug Control Policy (ONDCP). La campagne nationale antidrogue, lancée par le Congrès en 1998, a coûté plus de deux milliards de dollars à l'état.
  • The anti-drug TV sports aired by the Office of National Drug Control Policy (ONDCP) increase the probability of teenagers turning to drugs. The anti-drug campaign launched by Congress in 1998 has thus far cost two billion dollars.
  • Einer jüngst publizierten Studie zufolge, erhöhen die Anti-Drogen-Spots der National Drug Control Policy (ONDCP) die Bereitschaft von Teenagern zum Drogenkonsum. Die nationale Anti-Drogen-Kampagne wurde 1998 durch den US-Kongress lanciert und hat bisher rund zwei Milliarden Dollar verschlungen.
Erscheinungsdatum Sonnabend 1. Juli 2006 01:47
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