Von der Hexenjagd zum Krieg gegen Drogen-Benutzer ohne Menschenrechte
Hallo Freunde und Aktivisten.
Hier ein paar Zeilen aus meinem Knast in der Schweiz. Ich kann zwar nicht behaupten dass die Zeit schnell vorbei geht aber eure Briefe machen das Warten doch um einiges kürzer.
Von der Hexenjagd zum Krieg gegen Drogen-Benutzer ohne Menschenrechte
Im 17 Jahrhundert mussten puritanische Gruppen Europa verlassen. In den amerikanischen Kolonien mussten nur ein paar wilde Heiden erschossen werden um fruchtbarsten Boden in Gottes Namen zu erben. Da konnten auch einige Hexenkinder durch eine Flucht in die neue Welt der Verfolgung entgehen. Die Hexenverfolgung tobte in Europa seit Jahrhunderten und machte jede Kräuterfrau zur Todeskandidatin.
Doch auch in Amerika bei den religiös besessenen Siedlern wurden Freidenker und Naturmenschen auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Hexenweiber und Sehende fanden höchstens bei den Indianern Unterschlupf. Später als alle Weissen zur richtigen Demut gezwungen waren schaute man für Ersatz. Es gab ja immer noch so viele Indianer als Kanonenfutter für Jagdbegeisterte und die bestialische Ader konnten die Herrschaften dann auch an den ungläubigen Sklaven ausleben.
In Europa wurde die Hexenverfolgung immer wieder durch noch barbarischere Glaubenskriege unterbrochen. Nach Jahrhunderten der Missgunst, der Habgier und der Hinterhältigkeit mussten die Kirchenfürsten einer Glaubensfreiheit des Einzelnen zustimmen. Dies etwa um die Zeit als die Sklaverei abgeschafft wurde.
Aber der Gläubige war kein Heiliger, der nicht auch die Bestie in sich hätte. Der Kirchgänger suchte das Böse aber nicht bei sich, sondern bei den Ungläubigen, Landstreichern, Heilern und Zigeunern, den Wissenden über die Hexenpflanzen. Zum "Heil der Kinder der Landstrasse" wurden diese den fahrenden Eltern entrissen und in Heimen umerzogen genauso bei den Aborigines und den Indianer Amerikas (die mussten doch auch endlich chemische Medikamente kaufen und in das monetäre System passen). Wer diese Heime leitete und mit welchen menschenverachtenden Methoden da gearbeitet wurde ist heute dokumentiert.
England welches China nur mit Opium als Waffe besiegen konnte, hatte danach einen handfesten Grund um Pflanzenkraft als gefährlich einzustufen. In Amerika brachten Horden von farbigen Einwanderern eigene Kräuter und machten dem Alkohol den Platz streitig. So entstand, zusammen mit den Schein-Heiligen eine Mehrheit und das Teufelswerk wurde nun mit der Alkoholprohibition bekämpft. Der Teufel Schnaps war aber nur in den Untergrund abgetaucht und machte Schwarzbrand. Unter der Macht des Verbotenen, dem übermächtigen Schwarzmarkt, brach das gesetzliche Verbot schlussendlich wieder zusammen.
Es war ein Segen für die Menschheit seither ist der Wein legal, unter Kontrolle und bringt der Gesellschaft satte Einkünfte. Aber da waren ja diese "dreckigen Schwarzen, Mexikaner, Indianer und Fahrenden" immer noch am Konsumieren von Drogen. Die Drogenprohibition war geboren. Womit könnte man sonst die ganzen Armeen von vereidigten Verfolgern, Kerkerknechten und Henkern beschäftigen.
Mit dem letzten Weltkrieg kam diese Praxis mit den amerikanischen Invasoren nach Europa. Der Krieg gegen Drogen und Hexenkräuter wird noch heute von der UNODC im Wien verteidigt. Im Glauben das Abstinenz das allein Seligmachende ist wird ein grosser Teil der Bevölkerung nach wie vor verfolgt verurteilt und eingekerkert. Millionen von Menschen werden täglich Zeugen der Tragödien eines durch Lügen legitimierten xenophoben Krieg gegen Drogen.
Die Gesellschaft kreiert Modelle welche die Werte der Vergangenheit reflektieren ohne die Menschenrechte zu berücksichtigen.
PS
An der letzten Sitzung der UNO-Drogenkommission UNODC in Wien, im März 2008, stellte sich diese UNO-Organisation erstmals die Frage, ob im Kampf gegen Drogen doch eventuell auch die Menschenrechte zu berücksichtigen wären. Dies, 99 Jahre nach Abschluss der ersten internationalen Abkommen über Drogen.
Unter dem Deckmantel der Kontrolle der Drogen werden bis heute in fast allen Ländern gravierende Menschenrechtsverletzungen begangen. Die öffentliche Gesundheit leidet am meisten darunter, dass bestimmte Drogen nicht mehr in legalen Handel erhältlich sind, sondern auf dem Schwarzmarkt gekauft werden müssen.
Im selben Monat verabschiedete das Europäische Parlament einen Bericht mit der Forderung an die Agentur für Grundrechte, zu analysieren inwiefern die Drogenpolitik zu weit gegangen ist und die Rechte des Einzelnen verletzt hat.
Fürs erste sind es nur Worte, aber sie gehen in die richtige Richtung.
Das UNO Büro für Menschenrechte bereitet sich auf sein 60 jähriges Jubiläum vor. Erst jetzt merkt man, dass UNO-Organisationen die Grundrechte noch nicht adoptiert haben. Wir hoffen natürlich dass es nicht nochmals 60 Jahre dauert bis die Menschenrechte auch für Drogenbenutzer Anwendung finden.
Letzte Woche wurde nun auch ein Datum für die Abstimmung über die Schweizer Hanf-Initiative bekannt gegeben, dies wird am 30 November sein.
Danke für eure Unterstützung, ich freue mich schon auf eine Antwort.
Viele liebe Grüsse
André Fürst
EEP Bellevue
Rue du Tronchet 6
2023 Gorgier/NE
Switzerland
André Fürst
Prison Centrale
Planche-Inférieure 12
1700 Fribourg/FR
Switzerland
Lesen Sie dazu auch das ENCOD Bulletin













