Warum Pflanzenöl?

Die Möglichkeit Pflanzenöl als Treibstoff für Dieselmotoren einzusetzen ist so alt wie der Dieselmotor selbst! Dabei hat naturbelassenes Pflanzenöl gegenüber Diesel viele Vorteile:

Pflanzenöl ist ein nachwachsender Rohstoff, der nicht eines Tages verbraucht sein wird wie mineralische Öle.

ist CO2 - neutral, da bei der Verbrennung nur soviel CO2 freigesetzt wird, wie die Pflanze vorher aufgenommen hat.

ist umweltfreundlich, da es bei der Verbrennung nur einen Bruchteil der Schadstoffe von mineralischem Diesel produziert.

ist keine Gefahr für Land und Grundwasser, da es völlig ungiftig und natürlich abbaubar ist.

ist mit einem Flammpunkt von über 300°C wesentlich weniger brandgefährdend als Diesel mit ca. 100°C

Ausgangslage
Wir leben im Mineralölzeitalter. Mit der weltweiten Verbreitung des Verbrennungsmotors hat der Verbrauch von fossiler Energie ständig zugenommen. Die klimatischen Auswirkungen respektive Veränderungen können wir heute sogar an vielen Orten auf dieser Welt "live" miterleben. Allem voran spüren wir heute die Auswirkungen des dramatisch gestiegenen CO2 in Form von heftigen Niederschlägen welche zu Überschwemmungen usw. führen. Vernünftige Menschen begreifen schon lange, dass es so nicht weiter gehen kann. Wir müssen ob es uns passt oder nicht umweltfreundliche, alternative Energiequellen fördern. Jeder weiss, dass so etwas nicht von heute auf Morgen geschehen kann. Aber jeder kann wenn er nur will schon heute einen anderen Weg gehen und dabei erst noch Geld sparen!

Rudolf Diesel hat einen grossartigen Motor entwickelt. Doch wenige wissen, dass Diesel seinen Motor damals nicht mit Dieselöl betrieben hat, sondern mit anderen Treibstoffen wie z. B. Pflanzenölen. Er konnte auch gar nicht seinen Motor mit Dieselöl betreiben weil es das damals gar noch nicht gab! Ja Sie haben richtig gelesen, Dieselöl wurde erst später von der Mineralölindustrie "erfunden" um einen geeigneten Treibstoff für den Dieselmotor zur Verfügung zu stellen. Die Mineralölindustrie hat schnell das grosse Potential der Erfindung von Rudolf Diesel erkannt und schon bald einen geeigneten Treibstoff für diesen Motor bereit gestellt.
Ein günstiger Preis und das zur Verfügung stellen eines bequemen, weltweiten Tankstellennetzes hat alle anderen umweltfreundlichen Treibstoffe schnell verdrängt.

Dabei ist Dieselöl gar nicht so ein idealer Kraftstoff wie man denken könnte. Zum einen ist er ein Erdöldestillat welches bei der Verbrennung unter anderem CO2 in die Atmosphäre abgibt, das seit hunderten von Millionen Jahren im Rohöl gebunden wurde und so damals die CO2 Konzentration auf der Erde auf ein vernünftiges Mass reduzierte. Zum anderen ist die Schmierfähigkeit von Dieselöl schlechter als das von reinem Pflanzenöl. Und schliesslich gefährden und zerstören wir unsere Flora und Fauna, wenn dieses Öl ins Wasser oder in den Boden gelangt.
Einziger grosser Vorteil von Dieselöl ist es, dass sein Flammpunkt wesentlich tiefer liegt als das von Pflanzenölen, was entscheidend für das Startverhalten von Dieselmotoren beiträgt. Zudem bleibt Dieselöl bei tiefen Temperaturen länger flüssig als Pflanzenöle.

Aber für diese Nachteile gibt es Lösungen. Unser Ansatzpunkt zeigt Lösungen auf wie man ein serienmässig gebautes Dieselfahrzeug einfach für den Betrieb mit Pflanzenöl umrüsten kann. Denn ein mit Pflanzenöl betriebener Dieselmotor ist viel umweltfreundlicher als wenn er mit Diesel betrieben wird.

Also: Warum sollten wir in Zukunft nicht Pflanzenöl aus der Dritten Welt, insbesondere aus den tropischen Ländern importieren?
Jedes Land auf unserem Planeten hat heimische Ölpflanzen, die u.a. für eine Pflanzenöl-Produktion angebaut werden könnten. In der Sahelzone z.B. gedeiht die Purgiernuß als Windschutzhecke, die Ackerböden vor Winderosion schützt, vorzüglich! Das Land Mali deckt inzwischen etwa 1/3 des Erdölbedarfs mit heimischem Purgiernußöl!
Es gibt weit über 1000 anbaufähige Ölpflanzen auf der Welt!
Wenn man eine davon als Beispiel herausgreift, die einen überdurchschnittlich hohen Hektarertrag aufweist, die Ölpalme (bis 10.000 Liter pro Hektar und Jahr) und diese nur auf 12 % der Gesamtfläche Afrikas anbauen würde, dann könnte mit der jährlichen Pflanzenöl-Ernte der derzeitige verschwenderische Erdölbedarf der Welt ersetzt werden!
Realistischer und ökologischer ist es natürlich, die jeweils heimischen Ölpflanzen in jedem Land anzubauen, und zwar in Zukunft nicht als Monokulturen, sondern z.B. als Agroforst-Kulturen des Öko-Landbaues.
Würden wir diese Vision realisieren, alle Dritte-Welt-Länder würden befreit von der unseligen Erdöl-Abhängigkeit und hätten ein vorzügliches Exportgut, das ihnen keine Boden-Nährstoffe (wie beim Futter- und Nahrungsmittel-Export) entziehen würde. Denn Pflanzenöle sind reine Kohlenwasserstoffe (nur C, H und wenig O!). Und havarierte Pflanzenöl-Tanker wären kein Umweltproblem: Fische würden unerwartet ein Festmahl haben und Mikroorganismen würden in kürzester Zeit die Reste des ausgelaufenen Pflanzenöls abbauen. Die Unkenntnisse über die Möglichkeiten der Pflanzenöl-Technologie sind gigantisch. Und die Vorurteile darüber in manchen Köpfen noch größer. Kein Wunder: Selbst das Umweltbundesamt verbreitet Ergebnisse von ausgesprochen dubiosen Gutachten, die die Sinnhaftigkeit von naturbelassenem Pflanzenöl als Kraftstoff im Vergleich zu Diesel ökologisch und ökonomisch in Frage stellen.

Öl ist eine Nebenprodukt des Hanfanbau
Artikel modifiziert Mittwoch 3. Dezember 2003 18:03, Erscheinungsdatum Montag 24. November 2003 13:04

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