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Weitere Opfer des Kriegs gegen Drogen

Dana Beal, der Gründer des Global Marijuana March wurde am 30. September 2009 in Nebraska (USA) verhaftet. Die Polizei fand fast 70 Kilo Cannabis in seinem Auto. Er wurde gegen Kaution wieder freigelassen.

Gestoppt wurde Beal auf der Autobahn wegen eines kaputten Nummernschilds an seinem Wagen. Bei der Durchsuchung wurde die Ware gefunden. Es ist seine zweite Verhaftung innert kurzer Zeit, wurde er doch bereits im letzten Jahr in den USA geschnappt.

Dana Beal am Marijuana March 1994

Dana Beal am Marijauna March 1994

Der 62jährige Beal hat eine lange Aktivisten-Karriere hinter sich. Alles begann in den frühen sechziger Jahren, als er sich für Bürgerechte einsetzte. Später zog er nach New York, wo er bereits als Cannabis-Aktivist auffiel, dies so sehr, dass er sich bereits 1968 ins Ausland absetzen musste. 1999 lancierte er den ersten Global Marijuana March, welcher jeweils im Mai durchgeführt wird.

Nach dem Marokkaner Chahib El Khayari, einem Menschenrechtsaktivisten, welcher das korrupte Verhalten der Behörden gegenüber den Rif-Bewohnern und deren traditionellem Hanfanbau angeprangert hatte und dafür drei Jahre Gefängnis erhielt und dem Kanadier Marc Emery, welcher via Internet Hanfsamen vertrieb und nun dafür an die USA ausgeliefert werden soll, soll somit ein weiterer Prominenter der Hanfbewegung büssen.

In der Schweiz gibt es auch mehrere solche Fälle: Es seien hier nur André Fürst und Bernard Rappaz erwähnt, zwei Hanfpioniere, welche auch für mehrere Jahre im Gefängnis schmorten oder immer noch drin sind.

Neben diesen „Berühmtheiten“ seien aber auch all die Kleindealer und Konsumenten erwähnt, welche in die Mühlen von Polizei und Justiz geraten und schlussendlich Strafen absitzen müssen. Und darum geht es eigentlich: das Absitzen von Strafen im Gefängnis. Es werden, meist für kleinere Vergehen, Leute weggesperrt und so aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Sieht man sich dann die Parallelgesellschaft in so einem Gefängnis an, ohne Rechte, mit minimaler Gesundheitsversorgung, dem Zwang zur Arbeit für einen lächerlichen Lohn und dies mit Leuten, welche oft schwerste gesundheitliche oder psychische Probleme haben, so kann nur von einer Sackgasse gesprochen werden.

Dieser Aspekt des Kriegs gegen Drogen, die Tausende, welche eingelocht wurden und werden, wird tunlichst verschwiegen, nicht zuletzt, weil nur das Fussvolk erwischt wird und die wirklich Grossen frei herumlaufen.

Viele Schweizer Konsumenten aber können sich sagen, mich erwischt’s ja nicht und sich ganz einfach und feige wegducken. Ihre Vorkämpfer und ihre Lieferanten zahlen die Zeche.

Erscheinungsdatum Dienstag 3. November 2009 20:15

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