Zu Henry Fords Auto

In den 1910er Jahren experimentierte Henry Ford mit Materialien landwirtschaftlichen Ursprungs für die Autoproduktion. Ford war teilweise durch den Wunsch motiviert, Nonfood-Anwendungen für Ueberschüsse aus der Landwirtschaft, welche damals genau so wie heute existierten, zu finden. Er machte Versuche mit vielen Feldfrüchten, so auch mit Weizen.

Die Starterbox des 1915er T-Modell-Fords war aus einem Kunstharz aus Weizen-Gluten, welches mit Asbest-Fasern verstärkt wurde. In der Folge konzentrierte er sich auf Sojabohnen, und er begann in den 1920er Jahren Sojabohnen-Produkte bei jeder Gelegenheit zu fördern. Er stellte Robert Boyer, einen jungen Chemiker, an, um die Forschungen zu leiten. In den folgenden paar Jahren wurden verschiedene "automobile" Nutzungen für Sojaöl gefunden, so für Farben und Lackierungen, als Gummiersatz und für die Produktion von Glycerin für die Stossdämpfer. Gelöste, verflüssigte Soja-Proteine wurden in ein Formaldehyd-Bad gelegt, um Fasern für Polster-Stoffe zu bilden. Aber Fords Hauptinteresse galt der Umwandlung von Sojamehl in Kunststoffe. Sojamehl bleibt übrig, wenn Sojabohnen zerquetscht oder zu Flocken zermahlen werden und das Sojaöl mittels Kohlenwasserstoffen herausgelöst wurde. Sojamehl besteht zu etwa 50 Prozent aus Proteinen und zu 50 Prozent aus Kohlenhydraten, vor allem Zellulose. Die Zusammensetzung von Fords Soja-Kunststoffen und deren Verarbeitung verbesserte sich mit der Zeit und wurde je nach Anwendung verändert. Im allgemeinen wurde das Basis-Kunstharz aus Sojamehl gewonnen, welches mit Formaldehyd vermischt und zur chemischen Reaktion gebracht wurde, so dass sich die Proteine netzartig verbanden (übernommen von den Kasein-Kunststoffen und dem Tierhorn). Um die Stärke und die Nässebeständigkeit zu verbessern wurde den Proteinen Phenol oder Harnstoff beigefügt. Das resultierende Kunstharz war teils Phenol-Formaldehyd (oder Harnstoff-Formaldehyd) und teils vernetztes Soja-Protein. Das Sojamehl war so kaum mehr als ein Füllstoff.

Die Kondensation erfolgte auf Grund der im Sojamehl vorhandenen Zellulose und der anderen Kohlenhydrate. Füllstoffe, von bis zu 50 bis 60 Prozent, lieferten zusätzliche Zellulosefasern. Verwendet wurden HANF, Holzmehl, aus Kiefern hergestellter Brei, Baumwolle, Flachs, Chinagras und sogar Weizen. Die fertige Mischung enthielt etwa 70 Prozent Zellulose und 10 bis 20 Prozent Sojamehl. Wenn zusätzliche Zähigkeit nötig war, wurden auch Glasfasern verwendet. Beider Fabrikation wurden relativ geringe Drücke und Temperaturen benutzt. Sojamahel-Kunststoffe wurden für eine stetig wachsende Anzahl von Autoteilen, wie Handschuhfachklappen, Schalthebelknöpfe, Hupenknöpfe, Gaspedale, Verteilerköpfe, Dekors im Inneren, Steuerräder, Armaturenbretter und später für einen Prototypen eines Kofferraumdeckels verwendet. Schlussendlich gab Ford grünes Licht für einen Prototypen eines vollständig aus Kunststoff gebauten Autos, mit einer komplett aus Kunststoff gefertigten Karrosserie. Die Karrosserie bestand aus 14 Kunststoff-Platten, welche an einem Rohrrahmen befestigt waren (statt des normalen Rahmens aus Doppel-T-Profilen). Die Platten und der Rahmen wogen je etwa 113 Kilos. Das Gesamtgewicht des Autos betrug etwa 1043 Kilos, etwa zwei Drittel des Gewichts eines Autos aus Stahl von etwa derselben Grösse.

Henry Ford testet den Prototypen.
Woraus war er gemacht?
Aus Materialien auf Pflanzenbasis-auch aus Hanf.
"Die Axt prallte ab, und es blieb kein Schaden."

Ford, ein Meister der Werbung, stellte den Prototypen mit viel Getöse 1941 vor. Aber Ende 1941 stellte Ford die Werbung mit dem Kunststoffauto ein. Die Gründe hierfür sind unbekannt. Aber seine Medienkontakte, die Macht des DuPont-Konzerns und der Zweite Weltkrieg spielten wahrscheinlich eine Rolle. Auch war die Technologie noch nicht so weit entwickelt und beschränkte die Möglichkeiten. Kunststoffe wurden immer beliebter, aber Kunststoffe aus erneuerbaren Rohstoffen wurden ausgeklammert. Hier hat Hemp Plastics den Faden wieder aufgenommen und Forschung und Zusammernarbeiten weitergeführt, um die Verwendung von auf Pflanzen basierenden Kunststoffen wieder ins Gespräch und zur Anwendung zu bringen.

Quelle: www.hempplastic.com
(Uebersetzung Hanf-Info)
  • In the 1910s Henry Ford experimented with using agricultural materials in the manufacture of automobiles. Ford was partly motivated by a desire to find nonfood applications for agricultural surpluses, which existed then as they do now. He tried out many agricultural crops, including wheat.
  • A partir des années 1910, Henry Ford a expérimenté l'emploi des matériaux agricoles dans la fabrication des automobiles. Ford était en partie motivé par le désir de trouver des demandes non alimentaires pour les excédents agricoles, qui existait déjà alors comme aujourd'hui. Il a essayé beaucoup de ressources agricoles, y compris le blé, le soja et le chanvre.
Erscheinungsdatum Donnerstag 16. September 2004 15:55
article the the of recalled
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