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Die Karbatsche und ihr Macher

Die Karbatsche diente ursprünglich dem Viehtrieb. Heute ist sie vor allem in der Fasnacht am Bodensee und in Oberschwaben (Fasnet) zu finden.

www.suedkurier.de 17.01.2012 ANN-KATHRIN BLASER

Karbatschenmacher Hubert Guffart erklärt, wie eine Karbatsche hergestellt wird.

1. Aus was besteht eine Karbatsche?

Sie wird aus Hanf gesponnen. Am unteren Ende befindet sich ein Stoff- oder Seidenband. Der Griff wird aus Holz gedrechselt und mit farbigen Lederbändern und Nägeln nach Wunsch des künftigen Besitzers verziert.

2. Wie wird sie hergestellt?

An einem rotierenden Rad dreht Hubert Guffart Hanffasern zu Litzeln konisch zu, das heißt, dass sie zum Ende hin immer dünner werden. Drei Litzeln werden wiederum zu einem Seil gesponnen, zwölf verknüpfte Seile bilden eine Markdorfer Karbatsche. Am Untersatz am dünnen Ende wird ein Stoffband befestigt. Zwei bis vier Stunden dauert die Herstellung.

3.Wie lang sind die Karbatschen und wie viel kosten sie?

Je nach Größe des Hänseler sind die Karbatschen zwischen 1,20 und 4 Meter lang. Goiseln, die bis zu 5 Meter lang sind, bilden heutzutage eher die Ausnahme. Die Karbatschen kosten zwischen 30 und 100 Euro.

4. Woher stammt die Technik?

Guffarts Familie stellt seit 100 Jahren Karbatschen her.

5. Gibt es einen Nachfolger?

Nein, Hubert Guffart ist noch auf der Suche. Er würde das Wissen gerne weitergeben.

Erscheinungsdatum Freitag 20. Januar 2012 11:39
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